Open Access Policy Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

vom Akademischen Senat verabschiedet am 08.03.2017. DIe offizielle Fassung finden Sie in der PDF.

I. Grundsätze

  • Die MLU unterstützt und fördert Open Access im Sinne der Berliner Erklärung als strategisches Ziel. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren, erlaubt jedermann, dieses Dokument entgeltfrei zu lesen, herunterzuladen, zu speichern, es zu verlinken und zu drucken. Open Access ermöglicht den unentgeltlichen, zeit- und ortsunabhängigen digitalen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen. Dies ermöglicht jedem Forschenden, in seiner Arbeit jederzeit auf Erkenntnisse anderer digital zuzugreifen und selbst seine Ergebnisse und Publikationen schnell und einfach zu verbreiten. Dahinter steht der einfache Gedanke, dass die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung unentgeltlich öffentlich gemacht werden sollten.
  • Die MLU setzt dabei auf Freiwilligkeit sowie die Eigenverantwortung der Forschenden und verzichtet auf regulatorische Zwangsmaßnahmen. Open Access soll durch Anreize, Beratung und Unterstützung sowie den Aufbau von technischen und organisatorischen Plattformen gefördert werden.
  • Die MLU fordert ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, ihre wissenschaftlichen Arbeiten in Open-Access-Journalen zu publizieren, sofern eine wissenschaftlich geeignete OA-Zeitschrift verfügbar ist und ihr Recht auf digitale Zweitveröffentlichung von wissenschaftlichen Publikationen im Sinne des Open Access wahrzunehmen. Sie empfiehlt dabei eine Abwägung auf Basis der Publikationskultur des jeweiligen Faches und der individuellen Karrieresituation der Autorinnen und Autoren.
  • Die MLU erkennt das Recht von Autorinnen und Autoren sowie von Verlagen auf eine angemessene Vergütung ihrer Leistungen an. Autorinnen und Autoren sollen beim Abschluss von Verlagsverträgen möglichst keine ausschließlichen Nutzungsrechte abtreten. Autorinnen und Autoren sollten sich zumindest einfache Nutzungsrechte für die Verbreitung im Open Access sichern.
  • Die MLU begrüßt und unterstützt die großflächige und langfristig kostenneutrale Umstellung der Lizenzierung der wissenschaftlichen Zeitschriften vom Subskriptonssystem hin zu Open Access. Sie beteiligt sich an hochschulübergreifenden Initiativen zu Förderung dieses Ziels.

II. Maßnahmen

  • Die MLU unterstützt und berät Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Herausgabe von wissenschaftlichen Open Access Formaten und beim Aufbau auch von verlagsunabhängigen OA-Publikationswegen. Dies erfordert regelmäßige Schulungs- und Informationsangebote der Forschenden genauso wie der Mitarbeiter/-innen. Hierfür sollen adäquate Formate entwickelt und regelmäßig durchgeführt werden. Die MLU etabliert Instrumente zur Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Begleichung anfallender Publikationskosten innerhalb eines bestimmten finanziellen Rahmens. Insbesondere richtet sie einen Publikationsfonds ein und schafft die Voraussetzungen dafür, weitere Mittel für diesen Zweck einzuwerben.
  • Zur Umsetzung des Rechts auf digitale Zweitveröffentlichung von wissenschaftlichen Publikationen betreibt die Universitätsbibliothek einen Publikationsserver/Repositorien, auf denen die hochschuleigenen Zweitveröffentlichungen publiziert werden können. Dazu soll der bereits vorhandene E-Doc-Server weiterentwickelt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen auf die Möglichkeit der Zweitveröffentlichung aktiv und automatisiert hingewiesen werden.
  • Die MLU empfiehlt die Wahl von Publikationslizenzen, die eine Verbreitung im Open Access (z.B. Creative Commons), möglichst direkt bei der Publikation im Verlag oder bei der Bereitstellung einer Kopie der Verlagspublikation in Open Access Repositorien, insofern dies der Verlagsvertrag gestattet.
  • Wo noch nicht vorhanden, sollen Discoverysysteme etabliert werden, die die Open Access Quellen in die Bibliotheksrecherche einbinden und die Artikel im Volltext direkt zugreifbar machen.

III. Perspektiven

  • Die MLU beteiligt sich an Initiativen, die die Umstellung der wissenschaftlichen Zeitschriften vom Subskriptionssystem hin zu Open Access befördern. Dabei wird ein gerechter Ausgleich zwischen den Interessen der Autor/innen und Verlage einerseits und der Wissenschaftseinrichtungen andererseits angestrebt. Die Umstellung soll weder als Vorwand für Kürzungen missbraucht werden noch zu „double dipping“ (kumulative Zahlung von Publikationsgebühren und Subskriptionsgebühren) führen. Die durch Senkung von Subskriptionskosten freigesetzten Bibliotheksmittel sollen für die Finanzierung von OA-Publikationen verwendet werden.
  • Mittelfristig soll ein Open Data-System implementiert werden, um die Bereitstellung, den Austausch und die Nutzung wissenschaftlicher Daten zu erleichtern.